Gesundheit - Bewegung und Ernährung
Die Bedeutung körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung
Von Arne Süßmuth
Mittels einer gesunden Ernährung und einer ausreichenden und geeigneten körperlichen Aktivität kann der Mensch seine Gesundheit stärken und Alterungserscheinungen verzögern. Denn oftmals lassen sich Erkrankungen und Einbußen bei der Lebensqualität im Alter auf einen Bewegungsmangel bzw. unzureichendes Muskeltraining zurückführen. Gerade heutzutage wird das Auftreten eines Bewegungsmangels durch die fortgeschrittene Technisierung und den Wandel in der Arbeitswelt begünstigt. So greifen immer mehr Menschen auf motorisierte Fortbewegungsmittel zurück und üben sitzende Tätigkeiten aus (Otto 1994, S. 47).
Gesundheitsförderung durch körperliche Aktivität
Eine regelmäßige Aktivität ist unverzichtbar, um Muskeln und Knochen zu stärken und degenerative Prozesse am Muskel- und Skelettsystem zu verzögern. Darüber hinaus kann regelmäßige Bewegung die Gesundheit insgesamt stärken und dazu beitragen, Risikofaktoren – wie z.B. Bewegungsmangel und Übergewicht und deren Einfluss auf bestimmte Krankheiten wie z.B. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Muskel-Skelett-Systems und des Stoffwechsels zu reduzieren. Besonders für den älteren Menschen ist eine regelmäßige körperliche Betätigung unerlässlich, da das Altern mit einer deutlichen Verringerung der Muskelkraft einhergeht und damit zu einer Reduzierung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Koordinationsfähigkeit führt. Die Abnahme der Leistungsfähigkeit kann wiederum zu einer Reduktion der Lebensqualität und zur Erhöhung des Unfallrisikos führen (z.B. Sturzgefahr). Bereits ab dem 30. Lebensjahr beginnt die Muskelkraft langsam abzunehmen. Diese Entwicklung verstärkt sich im Verlauf des 5. Lebensjahrzentes (Prokop 1996, S. 69). Für ältere Menschen ist besonders das Training der Ausdauer und der Koordination von Bedeutung, da diese Komponenten der Leistungsfähigkeit Voraussetzung für die Teilnahme am Leben und die Gestaltung bzw. Bewältigung des Alltags sind und ein gezieltes Training des Herz-Kreislaufsystems, der Muskulatur und des Nervensystems ab dem mittleren Lebensalter degenerativen Veränderungen vorbeugen kann (Otto 1994, S. 51f). Während nach Otto vor allem das Laufen, Wandern und Gehen als Ausdauertraining für ältere Menschen geeignet sind, kann Gymnastik die Geschicklichkeit und Koordination trainieren. Auch Ballspiele wie z.B. Prellball, Tischtennis und Federball etc. und Balancierübungen können dazu beitragen, die Koordination zu verbessern und die Herztätigkeit und die Konzentrationsfähigkeit zu steigern.
Gesunde Ernährung und Supplementation von Nährstoffen
Da der tägliche Bedarf des Menschen an Vitaminen und Mineralstoffen durchaus über eine optimale Ernährung gedeckt werden kann und weil die Versorgung der Mehrheit der deutschen Bevölkerung im Durchschnitt ausreichend ist, wird eine generelle zusätzliche Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen über die Einnahme von Supplementen (Nahrungsergänzungsmittel) bei gleichzeitiger ausgewogener Ernährung nicht für alle Bevölkerungsgruppen empfohlen. Trotzdem kann die Einnahme von bestimmten Supplementen im individuellen Fall durchaus sinnvoll sein. So beschreiben Mensink u.a. (2002, S. 135ff), dass bei Teilen der Bevölkerung die Zufuhr von Ballaststoffen und Folaten sowie der Vitamine D und E und bei Frauen zusätzlich die Zufuhr der Vitamine B1, B2 und B6 sowie von Eisen und Calcium problematisch ist, da hier die tägliche Aufnahme unter dem optimalen Niveau liegt. So liegt z.B. bei einem Viertel der Bevölkerung die Versorgung mit Calcium unterhalb des tatsächlichen Bedarfs, wobei hingegen eine bedarfsgerechte Versorgung des Individuums mit Calcium der Entwicklung einer Osteoporose vorbeugen kann (Mensink/Burger/Beitz 2002, S. 135). Besonders betroffen von einer nicht optimalen Nährstoffaufnahme sind nach Mensink u.a. (2002, S. 135f) überwiegend junge Frauen (die 18-bis-24-Jährigen) und ältere Menschen, da bei diesen die Energieaufnahme – und damit die Nährstoffaufnahme – insgesamt häufig zu niedrig ist. Die unzureichende Zufuhr von Folat ist zudem besonders bei Schwangeren überdurchschnittlich stark ausgeprägt.
Quellenangaben:
Mensink, G., et. al. (2002): Was essen wir heute? Ernährungsverhalten in Deutschland. In: Robert Koch-Institut (Hg.): Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Berlin: Muk. Medien und Kommunikations GmbH.
Mensink, G., Burger, M., Beitz, R. (2002): Eine Momentaufnahme der Ernährung in Deutschland. In: Robert Koch-Institut (Hg.): Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Was essen wir heute? Ernährungsverhalten in Deutschland. S. 135-137. Berlin: Muk. Medien und Kommunikations GmbH.
Otto, J. (1994): Lebensqualität im Alter. Wege zur Verringerung des Pflegerisikos. Hamburg: Verlag Dr. Kovač.
Prokop, L. (1996): Die Verhütung vorzeitiger Alterserscheinungen. Wien: Springer-Verlag.